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Kinesiotaping:

(K-Taping / Leukotaping)

TapingGrundlegende Funktionen und Effekte des Kinesiotapings:

Nach einer Testphase, die meine Klienten und auch mich selbst voll überzeugt hat, erweitere ich mein Behandlungsspektrum um diese schmerzlindernde Therapieform.

Hier möchte ich einen kleinen Überblick über die Möglichkeiten des Kinesiotapings geben.  Entwickelt wurde es in den 70ern von einem chinesischen Arzt in den USA. Wie der Name "Kinesio" also "Bewegung" verrät, geht es hierbei nicht um das Fixieren und Ruhigstellen von Gelenken oder sonstigen Strukturen, sondern um das Ausnutzen der Bewegung. So wird bei jeder Bewegung die vom Tape gehaltene oder gezogenge Struktur gegen die darunterliegende Schicht bewegt und es kommt zu einer Mobiliserung, einem Raumschaffen oder einer Haltungskorrektur - je nach Anlagetechnik.

 

 

Die Therapie wird mit vier Grundtechniken angewendet, die entweder separat oder in Kombination als Indikationsanlagen ausgeführt werden.  

I. Muskelanlage 
II. Ligamentanlage
III. Korrekturanlage
IV. Lymphanlage


I. Muskelanlagen
Muskelanlagen werden angewendet bei erhöhter oder verminderter Ruhespannung (Hypertonus, Hypotonus) sowie bei Verletzungen der Muskulatur und bewirken eine Normalisierung des Ruhetonus, Schmerzminderung und Verbesserung der Belastbarkeit, was zu einer schnelleren Heilung führt.

II. Ligamentanlage
Ligamentanlagen werden angewendet bei Verletzungen und Überlastungen von Sehnen und Bändern. Anders als bei „normalen“ Tapes kommt es hier nicht so sehr auf die Haltefunktion an  als auf die Regulierung des Flüssigkeitsaustausches und eine sanfte Mobilisierung.

III. Korrekturanlagen
Korrekturanlagen werden unterschieden in funktionelle Korrektur und Fascienkorrektur. Die funktionelle Korrektur wird angewendet bei knöchernen Fehlstellungen, z.B. Patella-Korrektur und bewirkt eine Korrektur der Fehlstellung.
Fascienkorrekturen werden bei Verklebungen von Muskelfascien angewendet und bewirken eine Auflockerung der Fascien sowie eine Schmerzminderung.

IV. Lymphanlagen
Lymphanlagen werden angewendet bei Störung des Lymphabflusses. Die Lymphanlage bewirkt durch das Anheben der Haut eine Vergrößerung des Raumes zwischen der Haut und des subkutanen Gewebes, wodurch die Lymphflüssigkeit aus den Zwischenräumen einfacher in das Lymphsystem abfließt.
Darüber hinaus wird die Haut durch das Anheben in Kombination mit der Körperbewegung gedehnt. Das Bindegewebe wird hierdurch gelockert, mit der Folge, dass sich die Filamente zwischen den Endothelzellen der initialen Lymphgefäße und den elastischen Fasern des Bindegewebes besser bewegen können.

 

Aus diesen vier Grundtechnikentechniken sowie deren Kombinationen ergibt sich ein breites Anwendungsspektrum dieser Therapie, bei der unterschiedliche Wirkweisen erzielt werden:

A.  Verbesserung der Muskelfunktion
B.  Entfernung von Zirkulations- und Mikrozirkulationseinschränkungen
C.  Schmerzreduktion
D.  Unterstützung der Gelenkfunktion

A. Verbesserung der Muskelfunktionen
Bei Überbelastungen des Muskelapparates können Risse im Muskelbindegewebe entstehen, wodurch es zu Flüssigkeitseinlagerungen in diesem Bereich kommt. Diese verursachen eine Druckerhöhung, wodurch Druck- und Schmerzsensoren gereizt werden. Die Folgen sind: Schmerzen, Steifigkeit, Schwellungen und Tonuserhöhung.
Weiter kann z.B. poostoperativ statt Hypertonie, eine Hypotonie der Muskulatur entstehen. In beiden genannten Fällen kann die Muskelfunktion verbessert werden.

B. Entfernung von Zirkulationseinschränkungen
Entzündungen sind häufig eine Reaktion des Körpers auf Gewebeschäden. Einhergehend mit dem Austreten von Flüssigkeit im verletzten Gebiet, führen Entzündungen zu raumfordernden Schwellung und einer Druckerhöhung zwischen Haut und Muskulatur. Der Lymphfluss wird gestört bzw. stagniert vollständig. Das Tapen kann in diesem Bereich die Haut anheben, den Raum vergrößern und somit eine Druckreduzierung und eine Verbesserung der Lymphzirkulation bewirken.

C. Schmerzreduktion
Durch die Haftung des Tapes auf der Haut und der dadurch ausgelösten mechanischen Verschiebung bei ausgeführten Körperbewegungen, erfolgt eine Reizung der Mechanorezeptoren in der Haut. Dadurch kommt es zur Schmerzdämpfung.

D. Unterstützung der Gelenkfunktion
Durch Einflussnahme auf den Muskeltonus werden Ungleichgewichte korrigiert und es entsteht eine Balance in den jeweiligen Muskelgruppen. Über die Anlage der Tapes wird ein besseres Bewegungsgefühl erreicht. Funktionelle- und mechanische Korrektur-Anlagen ergeben ebenso wie die passive Unterstützung eine Verbesserung der Gelenkfunktion, führen zu einer Schmerzdämpfung und somit zu einem verkürzten Heilungsprozess.

 
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